Es geht nach Ecuador… unsere wirklich letzte Etappe in diesem Jahr

Es geht nach Ecuador… Wow! Unfassbar, aber heute fahren wir unsere wirklich letzte Etappe in diesem Jahr!

Erstaunlich, wie schnell die Zeit dann doch vergeht. Gleichzeitig hat man das Gefühl schon immer „on the road“ zu sein. Das ist die Faszination an dieser Art zu reisen; du bist ganz schnell raus aus dem Alltag, ganz weit weg von allem und tief drin in der Routine des Reisens…

Route planen, Wetter checken, Taschen packen, Tetris in den Seitenkoffern, Verabschieden von neu gemachten Freundschaften…

Schweren Herzens und mit einem Kribbeln im Bauch machen wir uns ein letztes Mal auf den Weg … Richtung Ecuador und unserem Winterquartier für das Beast: Ibarra.

Vor uns liegen etwa 250 km durch die Berge, ein Zwischenstopp in Las Lajas und der Grenzübergang in Ipiales…

Unterwegs nehmen wir noch einmal von allem ein bisschen mit 🙈 Regen, Sonne, traumhafte Aussicht, gewundene Straßen, Schlaglöcher 🤪 und ganz viele nette freundliche Menschen..,

Angefangen bei dieser netten Familie. Die haben, ebenso wie wir, das trockene Sonnenfenster an der Aussichtsplattform genutzt um noch einmal auf den wunderschönen See zurück zu blicken. Die Jungs waren wie so oft schwer begeistert von unserem riesigen Moto und waren superhappy als André sie fragte, ob sie mal Probesitzen wollen. Was für ein schönes Foto… eine strahlende Familie mit einem viel zu großen Bike.

Eben noch sah es nach Regen aus. Zum Glück sind aber nur ein paar Tropfen heruntergekommen und wir sind durch den Schauer einfach hindurchgefahren. Nach ein paar Kurven, einmal die Berge hoch und dann wieder runter überrascht uns Kolumbien mal wieder mit einem spontanen Wetterwechsel…

Dieses Mal zum positiven, denn der Himmel reißt auf…

Vor uns liegt eine herrliche Strecke. Bei wunderbarem Wetter und einer traumhaften Straße… Es geht in schön geschwungenen Kurven ins Tal hinunter auf einer mistneuen Straße, mit bestem Asphalt.

Das sind die Momente in denen man sich freut ein Moped unterm Hintern zu haben!

Ein tolles Abschiedsgeschenk dieses wunderschönen Landes…

Die gesamte Strecke von San Juan de Pasto bis kurz vor Ipiales geht’s durch unfassbar schöne Bergkulissen. Im Hintergrund türmen sich die Anden auf und sehen teilweise fast ein bisschen aus wie die Dolomiten in den Alpen.

Wir sind einmal wieder auf der eigentlichen Panamericana unterwegs …

… in Richtung Grenze.

Breit ausgebaut und mit bestem Asphalt fräst sich hier die Straße durch die Berge. Kolumbien sagt auf wunderbare Art Goodbye zu uns…

Erstaunlich, wie sich die Bergkulisse hier in Richtung Ecuador auf einmal verändert. Deutlich weniger Grün, karger, schroffer, aber auch wunderschön.

Kurz vor Ipeales biegen wir noch einmal von dem gut ausgebauten Highway ab.

Es geht nach Las Lajas.

Nur einen Katzensprung von der Grenze zu Ecuador entfernt wartet hier ein weiteres Highlight Kolumbiens auf uns, die Kathedrale von Las Lajas, Santuario de Nuestra Señora de las Lajas. Eines der sieben Weltwunder Kolumbiens und Pilgerort für viele Gläubige Katholiken in Kolumbien und Ecuador, eine unglaubliche Kirche. Mitten in den Bergen, eingequetscht in einer Schlucht trohnt hier ein ganz besonderer Leckerbissen der Architektur…

Aber erstmal müssen wir für unser Beast einen geeigneten Parkplatz finden.

Wir fahren ziemlich tief hinunter ins Tal zu dem kleinen Ort, der einzig und allein durch die berühmte Kirche zu einem touristischen Hotspot geworden ist.

Von dem berühmten Bauwerk ist weit und breit nichts zu sehen. Nur ganz oben zu Beginn der steilen Straße hinab ins Tal habe ich sie einmal kurz aufblitzen sehen. Nein, ohne ein bisschen körperliche Anstrengung ist dieser Fleck Erde nicht erreichbar… obwohl, ich glaube für ganz fußfaule gibt es irgendwo tatsächlich eine Seilbahn…

Irgendwann geht es nicht mehr weiter. Wir landen direkt in einer Sackgasse, am Ende ein Parkplatz, an dem schon freundliche Einwohner warten, um ein paar Pesos fürs Bewachen zu verdienen. Ist uns ganz recht, schließlich müssen wir nicht nur das Beast auf dem Parkplatz zurücklassen sondern mit ihm unser gesamtes Reisegepäck.

Mag ich nicht, aber geht nicht anders.

Wir stellen unser Bike in einer ganzen Reihe anderer Motorräder ab. Hier ist es in guter Gesellschaft.

Noch als wir mit dem abrödeln unserer Motorradklamotten beschäftigt sind kommt eine ganze Armada Motorradfahrer den Berg hinaufgestiefelt. Die haben den Besuch der Kirche schon hinter sich und begrüßen uns nun mit einem großen Hallo! Wie so oft löst unser Nummernschild Begeisterung und Neugier aus.

Im Handumdrehen sind wir von Motorradfahren umringt,

die tausend Fragen haben, uns mit Aufklebern überhäufen und unbedingt Fotos machen wollen…

Das ist ja mal ein lustiger bunter Haufen!

Die Gruppe kommt aus Ecuador, die meisten aus Quito und sie sind auf dem Weg nach Cali.

Ja, nun da kommen wir ja gerade mehr oder weniger her. Ein bisschen Smalltalk und einige Fotos später rauscht die Truppe mit großem Geknatter ab.

Wir machen uns auf den Weg. Den Berg hinab, zur Kirche…

Es geht recht steil bergab, an unzähligen Souvenirläden vorbei und es ist megawarm… ich freue mich jetzt schon auf den Rückweg bergauf und verfluche, die schwere Jacke nicht am Moped gelassen zu haben…

Schließlich biegen wir um die Ecke und dann liegt sie direkt unter uns, die Kathedrale von Las Lajas. Ein unfassbar spektakulärer Bau.

Das heutige Gebäude wurde ab 1916 erbaut und 1949 fertiggestellt. Die Kirche wurde aus grauem und weißem Stein in neugotischem Stil errichtet und sieht eher aus wie eines der kitschigen Walt Disney Schlösser als eine Kirche.

Auf spektakuläre Weise trohnt sie in der Schlucht des Rio Guáitara und gilt als eines der beeindruckendsten Kirchengebäude der Welt… können wir bestätigen, zumindest verglichen mit den Kirchen, die wir bisher gesehen haben (man weiß ja nicht, was es sonst noch so gibt 😉). Wobei die anderen Kirchen, die wir in Kolumbien gesehen haben alle ganz schön beeindruckt waren!

Die Kirche verfügt über drei Schiffe, die auf enormen Untergeschossen ruhen, welche die Höhendifferenz zur Talsohle überwinden. Eine zweibogige Brücke verbindet die Kirche mit der gegenüberliegenden Talseite und bildet den Vorplatz. Die Höhe der Kirche, vom Fundament bis zum Turm, umfasst 100 m. Die Brücke hat eine Höhe von 50 m bei einer Breite von 17 m und einer Länge von 20 m. Das Hauptgebäude ist 27,50 m lang und 15 m breit.

Leider können wir nur einen kleinen Blick in das Innere der Kirche werfen,

da gerade ein Gottesdienst abgehalten wird, da wollen wir nicht stören. Aber das, was wir sehen ist ebenso beeindruckend und pompös, wie das äußere Erscheinungsbild. Die drei Schiffe sind mit Kreuzgewölben überdacht. Tagsüber spielt hier das Licht mit den Glasbildern des deutschen Künstlers Wasserhoven. Ich liebe dieses tiefe dunkle Blau in den Fenstern…

Alles ist in Weiß und Gold gehalten, nur im Hintergrund des Chores, beim Altar blitzt der nackte graue Fels des Canyon durch… Das ist beeindruckend: Die Abschlussmauer der Apsiden ist die natürliche Felswand des Canyons und in der mittleren zeichnet sich das Bild der Virgen del Rosario ab, die von einem unbekannten Maler auf eine Schiefertafel gemalt wurde. 

Wie kommen die Leute dazu an einem so ungewöhnlichen Ort eine derart prunkvolle Kirche zu errichten?

Berichten nach handelt es sich dabei um eine Heiligen-Erscheinung. Im Jahr 1754 sei wohl genau an dieser Stelle etwas Rätselhaftes, sprichwörtlich Wunderbares geschehen (vgl. travelbook.de):

Demnach war eines Tages eine Frau namens María Meneses de Quiñones in der Gegend unterwegs, als ein gewaltiger Sturm sie an einer Stelle überraschte, die als Las Lajas bekannt war. Verängstigt flüchtete sie in eine Höhle und betete zu ihrer Schutzpatronin, der Señora del Rosario. Sogleich fühlte sie sich, als spräche jemand mit ihr und berühre ihre Schulter, was sie noch mehr in Angst versetzte und zur Flucht veranlasste.

Wenige Tage später passierte María mit ihrer taubstummen Tochter Rosa dieselbe Stelle, als bei der Höhle von Guáitara, in der sie sich versteckt hatte, das erste Wunder geschah. Denn laut der Überlieferung sprang Rosa von ihrem Rücken und fing plötzlich an zu sprechen. „Mami, hier ist eine weiße Frau mit einem Kind auf ihren Armen!“ Als Maria weniger später ihren Freunden in Ipiales davon erzählte, mochte ihr niemand die Geschichte glauben. Doch auch auf dem Rückweg in ihren Heimatort Potosi behauptete Rosa erneut, die „weiße Frau“ zu sehen.

Marias Erlebnis sprach sich in der Region schnell herum, besonders nach einem Erlebnis kurze Zeit später. Eines Tages war Rosa nämlich verschwunden und ihre besorgte Mutter fand sie schließlich in der Höhle von Guáitara. Diesmal sah auch sie die Jungfrau und ihr Kind. Rosa und Maria behielten ihr Geheimnis aber zunächst für sich, verwandelten die Höhle mit Blumen und Kerzen zu ihrem ganz persönlichen Schrein. Die Menschen in der Gegend vergaßen die Geschichte von der angeblichen Heiligen-Erscheinung schnell wieder – bis Rosa eines Tages schwer erkrankte und starb.

Die trostlose Mutter betete nun erneut zur Jungfrau, sie möge ihr ihre Tochter wiedergeben. Und tatsächlich sei das Kind wieder zum Leben erwacht. Überglücklich erzählte Maria allen in Ipiales von dem erneuten Wunder. Daraufhin machte sich die gesamte Stadt auf zu der Höhle nahe Las Lajas. Helles Licht strahlte der Überlieferung nach aus ihr, und ein Abbild der Heiligen sei in den Felsen zu sehen gewesen sein. Wegen dieser Begebenheiten wurde bereits wenig später mit dem Bau der ersten Kirche am Ort begonnen.

Egal ob wahr oder nicht, dieser Geschichte haben wir nun wohl dieses erstaunliche architektonische Kleinod zu verdanken.

Wir kraxeln noch die Treppen auf der gegenüberliegenden Schluchtseite hinauf zu dem Restaurant und setzen uns mit Blick auf die Kirche ans Fenster zum Mittagessen. Im Netz haben die Leute über die teuren Preise hier geschimpft. Ich finde sie noch im Rahmen, wenn man bedenkt, mit welcher Aussicht man hier ist. Aber für kolumbianische Verhältnisse ist es schon ganz schön teuer…

Noch ein letzter Blick ins Tal dann gehts wieder zum Bike und zurück auf die Straße…

die letzten Meter bis zur Grenze in Richtung Ecuador.

An der Grenze wird es noch einmal spannend…

Nicht etwa, weil es irgendwie kompliziert wäre oder es Probleme gäbe… aber die Zeit scheint uns einmal wieder davon zu rennen…

Als wir die kolumbianische Seite der Grenze erreichen, sieht es eigentlich ganz entspannt aus. Keine größere Ansammlung von Autos oder LKW, alles easy. Wir parken unsere BMW direkt am Zollgebäude DIAN (Dirección de Impuestos y Aduanas Nacionales) und fragen uns durch.

Es ist 14 Uhr. Von hier bis Ibarra sind es noch etwas mehr als 2 Stunden. Wenn das hier also nicht mehr 2 Stunden dauert, kommen wir noch entspannt im Hellen an…

Ha! Und genau das sollte unser Problem werden!

Als wir um das Zollgebäude herumgehen erreichen wir eine ziemlich unscheinbare Tür. Davor sitzen zwei Frauen mit Papieren. Ich frage, ob das hier für die Ausreise ist. Die beiden nicken und wir setzen uns dazu.

Nix passiert… nach etwa zehn Minuten geht die dubiose Tür auf. Ein Typ schaut raus, schaut auf die beiden Frauen, schaut mich an und fragt, ob wir auch ausreisen wollen. Ich bejahe. Er sagt, wir sollen warten. Tür zu… das war’s.

Langsam kommt Panik auf. Ich frage die beiden Frauen, wie lange sie denn schon warten. … ne Stunde.

WHAT??? Wenn das in dem Tempo weitergeht, dann können wir an der Grenze übernachten!

Ich frage, ob sie die Typen hinter der Tür mal fragen kann, wie lange es wohl noch dauert. Die Antwort habe ich nicht verstanden, aber sie rechnet hoch und kommt für uns auf ca. 2 Stunden.

Jetzt kommt doch so leichte Panik auf…

Endlich geht mal wieder die Tür auf. Irgendein Typ kommt raus und nimmt die eine der wartenden Frauen mitsamt einem Stapel Papier mit und verschwindet ohne Kommentar um die Ecke…

Die andere Frau und ich schauen uns nur ratlos an… na prima!

Ein weiterer Motorradfahrer gesellt sich zu uns. … aus Quito. Er will heute noch nach Kolumbien einreisen. Wir quatschen ein bisschen. Tauschen Adressen von Motorradwerkstätten in Quito aus… wer weiß, für nächstes Jahr…

… und warten … und warten.

Inzwischen ist fast ne Stunde rum… für nix!

… und dann geht doch wieder alle plötzlich ganz schnell. Die Frau mit dem Stapel Papiere kommt zurück und verschwindet wieder hinter der dubiosen Tür. Die andere Frau wird reingebeten und verschwindet auch. Kurze Zeit später öffnet sich die Tür wieder.

Ein Kopf durch die Tür und nickt mir zu… Na endlich, ich darf rein!

Drinnen geht´s ziemlich fix. Papiere durchgeschaut, dann muss ich nochmal eine Email beantworten, die mir zugeschickt wird (wie fortschrittlich!). Zusammen mit dem Typ und den Papieren geht´s wieder raus zum Motorrad – kurzer Abgleich der Fahrgestellnummer und fertig! Das ging doch mal fix! Hoffen wir, dass unsere Ausreise auch so schnell geht, dann Schafen wir es vielleicht doch noch im Hellen nach Ibarra zu fahren ✊🏻.

Wir gehen ein Gebäude weiter und staunen nicht schlecht, was die hier an Wartebarrieren aufgestellt haben. Vor uns erstreckt sich ein wahrer Irrgarten aus Absperrungen… fast wie in den USA. Zum Glück ist total tote Hose und wir können gleich durchgehen. Dem riesigen Terrain nach, dass die hier abgesperrt haben kann das hier auch ganz anders aussehen. Glück gehabt!

Wir lassen rucki zucki unsere Pässe abstempeln und sind damit offiziell aus Kolumbien ausgereist… Ab die Post zum Motorrad.

Als wir die BMW erreichen sieht es am DIAN Gebäude ganz anders aus. Eine ganze Schlange LKW steht vor dem Gebäude, dahinter ziemlich viele Autos, die sich anschicken in Richtung Grenzbrücke zu fahren. OH oh, die dürfen auf keinen Fall vor uns losfahren, sonst geht auf der anderen Seite der Grenze die ganze Warterei von vorne los. Also sehen wir zu, dass wir schnell auf unsere BMW kommen und geben Gas… ab zur Grenzbrücke! Mit einem ganzen Tross an Fahrzeugen geht es auf die andere Seite.

Tschüss Kolumbien und Willkommen Ecuador!

Die meiste Fahrzeuge werden durchgewinkt. Kolumbieaner müssen hier in der Regel kein großes Einreiseprozedere durchlaufen, die haben hier an der Grenze von Ideales eine Sonderregelung getroffen – einen sogenannten „kleinen Grenzübergang“, der es Pendlern erleichtert von A nach B zu kommen. Gut für uns, denn so warten vor der Einreise nicht so arg viele Leute auf ihren Stempel.

Wir stellen unser Motorrad etwas abseits der Einreise ab und gehen zur Migracion von Ecuador. Jetzt wird es noch einmal spannend. Klappt das, dass wir nur für uns den Stempel in den Pass bekommen und die BMW unbehelligt mitnehmen können? Es schien gerade ein Reisebus angekommen zu sein, denn vor uns sind einige Rucksackreisenden in der Schlange. Wir reihen uns ein und kommen relativ flott dran. Auch hier gehts recht flott und unkompliziert. Kurze Frage, wie lange wir bleiben wollen und wo wir hinwollen… Rückreise von Quito nach Deutschland nach einer Kolumbien Rundreise. Dann an mich die Frage, ob ich ein Fahrzeug fahre. Na, das kann ich ja wahrheitsgemäß mit nein beantworten, ich fahre die BMW ja nicht. André wird nicht gefragt… Wir bekommen unseren Stempel, schwingen uns draußen aufs Motorrad und ab durch die Mitte.

Wir haben es geschafft! Vor uns liegt Ecuador und die Straße nach Ibarra…

… und was für eine Straße. Auf einem 1a Asphalt geht es in schönen Schwüngen durch die Landschaft.

Rechts und links von uns grüne Hügel, durch Hecken begrenzte Felder, kleine Ortschaften. Alles irgendwie adrett und geordnet. Wäre da nicht die eine oder andere Palme irgendwo in der Landschaft oder der Bauer, der in Gummistiefeln seinen Ackergaul am Straßenrand der Autobahn entlangführt könnte man meinen nach Bayern oder Österreich und die Voralpen gebäumt worden zu sein…

Wir genießen die Fahrt müssen aber höllisch aufpassen, bei der schönen und gut ausgebauten Strecke bloß nicht zu schnell zu fahren. Die Mopedfahrer in Las Lajas und auch der Wirt in San Francisco hatten uns vorgewarnt, sich bloß an die Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten. In Ecuador wird nicht nur geblitzt, nein, die haben überall Kameras und zeichnen Verkehrssünder auf. Wenn man Pech hat, dann wird man bei der Ausreise ordentlich zur Kasse gebeten… und wir wollen auf die letzten Meter vor der Abreise bloß nicht auffallen. Das hatten wir ja schon im letzten Jahr in Panama, das brauchen wir nicht noch einmal!

Mit der Zeit verändert sich das Landschaftsbild noch einmal. Wir kommen in die Berge. Die Straße fräst sich durch karge hohe Felsen. Breit ausgebaut geht es vierspurig in großen Kurven ins Tal hinab bzw. auf eine Hochebene, wie ich später feststelle, den rechts von uns sieht man in der Ferne die Abrisskante eines Canyon, der sich parallel zur Autobahn die ganze Zeit bis nach Ibarra begleitet.

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir schließlich Ibarra und die Finca Sommerwind. Endlich! Ziel erreicht!

Wir haben unser Beast sicher und wohlbehalten in ihr Winterquartier gefahren! Nach knapp 5 Wochen und 2111 km durch Kolumbien über holperige Schotterstraßen, matschige Eselpfade, einspurige Bergpässe und völlig überfüllte Stadtpisten sind wir am Ende unserer diesjährigen Etappe. Ein bisschen wehmütig, dass es schon wieder vorbei ist aber heilfroh, dass unsere BMW auch diesmal wieder tapfer durchgehalten hat. Jetzt freuen wir uns auf ein paar Tage zum Runterkommen in Ecuador bevor es wieder zurück nach Deutschland geht…

Wir feiern unser Etappenziel bei Hans auf der Finca Sommerwind mit leckerem deutschen Essen: Bratwurst mit Bratkartoffeln 😋, das schmeckt schon ein bisschen nach Heimat…

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