Finca Sommerwind… unser Winterquartier für das Beast. Wir verbringen ein paar Tage auf der Finca Sommerwind … dem Winterquartier für unser Beast! Ibarra und die Finca wecken uns mit einem wunderbaren Spätsommertag!
Hier bei Hans ist eine wunderbare Ruhe, Vögel zwitschern, Bienen summen, es weht ein ganz leichter Wind, die Sonne lacht… und wir sitzen mit unserem Kaffee auf der kleinen Terrasse unserer Cabana und genießen den Augenblick… geht schlechter 😉!
Was für eine Aussicht!

… im Hintergrund Vulkane und unten die Lagune…
Wir haben das letzte kleine Häuschen ergattert, das Hans vermietet. Es steht ganz oben am Hang. Weiter oben kommt nur noch Landschaft. Direkt unter uns erstreckt sich das Gelände der Finca.


Einige weitere Cabanas sind mit etwas Abstand an den Hang gebaut, so dass man echt Privatsphäre genießen kann – wenn man denn will. Weiter unten blitzen die Camper durch das Grün der Bäume und Büsche.



Hier steht alles herum, was Rang und Namen hat.
Vom Rucksacktourist mit Zelt bis zum dicken Overland- Laster, bei Hans machen alle einen Zwischenstopp, wenn’s auf dem Weg liegt: andere Reisende treffen, News austauschen oder einfach Seele baumeln lassen.

Die Finca Sommerwind ist das Pendant zu Donkey Sunrise in Kolumbien: Anlaufstelle für Overlander, Überlandreisende, auf dem Weg nach Süden oder Norden kurz vor der Grenze zwischen Ecuador und Kolumbien.


Direkt vor unserer Nase gleitet ein Paraglider nach dem nächsten durch die Lüfte. Anmutig, wie er (oder sie) langsam in Richtung Lagune durch die Luft gleitet. Sieht schon cool aus und macht Lust, es selbst auszuprobieren. Einen Anlauf hatten wir vor zwei Jahren schon einmal in Deutschland gestartet. Mit einen Schnuppertag an der Wasserkuppe in der Rhön. Der damals gebuchte Tandemflug fiel leider wegen Wetter aus (zu wenig oder zu viel Wind – ich weiß es gar nicht mehr…) auf jeden Fall standen wir dann statt Tandem plötzlich alleine mit dem Riesenrucksack von Gleitschirm auf dem Rücken am Berg und versuchten uns in ersten Miniflügen… Gar nichts so einfach und ein ganz schönes Gerenne. Am Ende des Tages spürte ich alle Knochen und noch hunderte von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie besitze 🤣, konnte aber immerhin stolz behaupten für ein paar Sekunden tatsächlich geflogen zu sein (das war echt ziemlich cool). Ein ganz schön langer Weg, bis mal also so elegant den Berg hinuntergleitet, wie dieser Mensch, der dort gerade vor unserer Nase fliegt…
Was für Gedanken einem doch so durch den Kopf spuken, wenn man einfach nur da ist, im jetzt und vor sich hinschaut… Ein zweiter Kaffee geht noch… Es ist noch früh und die Aussicht ist so schön…

Irgendwann lösen wir uns von dem herrlichen Ausblick auf die unter uns liegenden Lagune und machen uns auf den Weg zum Haupthaus… erstmal Frühstücken.

Mega! Echtes deutsches Frühstück!
Ein bisschen wenig Grünzeug, aber dafür echten Aufschnitt. (Naja, die Wurst feiere ich nicht so, die bleibt liegen aber der Käse schmeckt nach richtigem Käse und die Salami ist auch lecker.) … und es gibt ein hartgekochtes Ei… (und zwar für mich ein extra tot gekochtes! 🤣🥳) … schon schräg, dass man das nach vier Wochen so feiert! 🤣

Beim Frühstück treffen wir auch wieder auf Luke. Mit ihm haben wir schon gestern Abend beim Bierchen lange gequatscht. Er reist allein auf seiner Honda CR ebenfalls in Richtung Süden, aber erstmal für immer und ohne echtes Ziel. Ursprünglich kommt der aus Australien, hat dort aber erstmal alles an den Nagel gehängt, sich in Bogotá ein Bike gekauft und fährt jetzt einfach der Nase nach drauflos. Vor einigen Tagen war er auch noch bei den Donkeys, dort hat er eine ganze Zeit als Volunteer gearbeitet. Da haben wir ihn knapp verpasst… muss wohl kurz vor uns abgereist sein. So klein ist die Welt…

Nach dem Frühstück geht’s nochmal zurück in die Hängematte… erstmal ne Runde chillen. Wir haben heute nicht viel vor. Ein bisschen Moped putzen und anschließend einlagern. Da können wir es so richtig ruhig angehen lassen 😉.
Irgendwann machen wir uns dann auf den Weg… runter in den Ort … zum Carwash!

Das ist ja der Teil unserer jährlichen Reise, den ich weniger toll finde… das Moped komplett reinigen und mit WD40 behandeln. Ich hab jetzt schon keine Lust auf die Schrubberrei 🙄!
Aber … , diesmal ist’s anders!



Diesmal lassen wir waschen! 😃

Ach ist das fein! Wir sitzen im Schatten und tun‘s wie die Hunde, die hier rechts und links herumliegen… chillen und warten…
Nebenher fällt mein Blick aufs Datum… 13. August… upps! Da hätten wir doch beinahe unseren Hochzeitstag verpennt 🙈. Kein Wunder! Hin und wieder verliert man hier doch das Zeitgefühl…


… ist doch ein super Geschenk zum Hochzeitstag, wenn man das Motorrad nicht selbst einseifen muss!





… später gibt’s dann beim Einkaufen noch einen Frozen Joghurt zur Feier des Tages!🍦


… und dann starten wir einen kleinen Ersatzteile-Marathon durch diverse Läden in Ibarra:
Batterieladegerät für die BMW (wir haben unseres nämlich genialerweise zu Hause vergessen 🤪), Batterie für den AirTag, der am Bike bleibt, hier ne Schraube, da ne Schraube und anderer Klimbim, den André braucht, um die BMW einzulagern (hat ja doch ein bisschen gelitten auf der Tour) .



Lustige Anekdote: Hier in der „Motoren- und Handwerkerstraße“ ist’s ein bisschen wie auf einem Bazar in Marrakesch… Eingekauft wird in vielen kleinen Lädchen, aneinandergereiht wie auf einer Perlenkette: Batterieladen, Schrauben aller Art, Elektro, Reifen usw… das wahre Handwerkerparadies 🙄


… und noch ein Paradies: Hängematte mit Blick auf Vulkan…


Den Restnachmittag verbringen wir chillend auf der kleinen Terrasse unserer Cabana. Lesen, schreiben, dösen, Kaffee trinken…

Irgendwann kommen Peter und Margret vorbei und wir laden sie auf einen Kaffee ein. Die beiden sind mit einem kleinen umgebauten Van unterwegs. Er aus der Schweiz, sie ist deutsche, lebt aber in Spanien. Jetzt reisen sie erst einmal auf unbestimmte Zeit durch Südamerika, bevor es irgendwann wieder zurückgeht… wahrscheinlich dann nach Spanien.
Aus dem kurzen Kaffeeplausch wird ein angeregtes und intensives Gespräch und als die beiden unsere kleine Terrasse wieder verlassen, gehen sie als Freunde. Wäre doch schön, in Kontakt zu bleiben!




Zum Abendessen gibt’s dann wieder ein bisschen Heimatfeeling… Jägerschnitzel und Bierchen… geht schlechter 😉.






14. August… die Sonne lacht vom Himmel und bei angenehmen Frühlingstemperaturen machen wir uns an die Vorbereitung zur Einlagerung der BMW.


Nach einer ausgiebigen WD40 Dusche ist unsere BMW startklar zum Einmotten. Ein kurzer Check, was alles am Moped bleibt…


… letzte Aufkleber anbringen, Fotodokumentation der Dinge, die kaputt gegangen sind…

… und dann ist es tatsächlich so weit: Wieder einmal verstauen wir unsere gute treue Seele von Motorrad für die Überwinterung.
Ab ins Winterquartier!
Dieses Mal zwischen vielen anderen geparkten Zweirädern unter einer etwas windschiefen Holzkonstruktion. Dieses Gebilde ist mit den Jahren aus einem ursprünglichen Carport „gewachsen“…

Hans erzählt, dass da einige Mopeds schon Jahre stehen und auf die Weiterfahrt warten und da immer wieder welche dazukommen wird halt verlängert und angebaut, damit jedes Zweirad ein Plätzchen findet.




Nach einiger Rangiererei steht auch unsere Beast unter dem Dach, eingepackt unter der Schutzhülle, in der Hoffnung, dass es im nächsten Jahr nicht zu sehr eingestaubt und schmutzig ist… werden wir dann sehen…

… unser Abendbrot sah dann so aus 😋.
Lecker Guacamole (was werd‘ ich diese Mega Avocados vermissen…), Rotwein und ein feiner Sonnenuntergang bei Lagerfeuer überm See…


