Mit dem Fahrrad zur Mauer der Tränen.
Ein weiteres Highlight unserer Galápagosreise. Auf holprigen Wegen geht’s durch den Nationalpark. Links das Meer, rechts Vulkanlandschaft, Lavafelsen, Büsche, Kakteen, Mangroven … und poppende Schildkröten!

Wir wollen zur Mauer der Tränen!
Heute geht’s früh los. Die Tour ist mit etwa 6 Kilometern (ein Weg) eigentlich nun wirklich nicht lang, aber die Temperaturen hier auf Galápagos sind nicht ohne… deshalb wollen wir vor der Hitze los.

… soweit die Theorie 🤣. Bis wir aber wirklich im Sattel sitzen ist es dann doch schon wieder 10 Uhr🙈.

Dabei waren wir fast pünktlich um 8:00 Uhr am Bike-Verleih, dann kam aber ein sehr leckeres Frühstück bei der kleinen Panaderia im Ort dazwischen, mit längerem Telefonat nach Hause… muss auch mal sein😉.
Nun radeln wir also Richtung Nationalpark-Eingang.
Immer schön am Meer entlang, mit einer fantastischen Aussicht und einem sehr angenehmen Wind.

Sobald der Wind weg ist, wird es ungemütlich.

Die Sonne brennt unerbittlich obwohl es noch relativ früh ist und der Schweiß läuft wie Suppe an uns runter. Da merkt man die Nähe zum Äquator. Hier steht die Sonne halt fast sofort senkrecht…

Nach einer ziemlich sandigen Strecke erreichen wir den kleinen Friedhof von Isabela. Zeit für ne kleine Trinkpause im Schatten.



Schließlich erreichen wir den Eingang des Naturschutzgebietes.
Die ganzen Inseln stehen unter Naturschutz und sind Teil des großen Nationalparkes Galápagos. Dennoch gibt es zusätzlich noch extra ausgewiesene Gebiete, wo die Auflagen noch strenger sind. Meist, weil dort bestimmt Spezies zuhause sind.

Hier sind es u.a. die Schildkröten und Iguanas.
Der Weg wird jetzt weniger sandig. Dafür fahren wir zum großen Teil über schotterartige Lavawege.
Es geht durch ein Mangrovengebiet. Von Zeit zu Zeit führen kleine Holzbrücken über Zuläufe zum Meer oder besonders sumpfiges Mangrovengebiet.
Ich freue mich über den Schatten, den die Mangroven hier bieten!
Irgendwann lichtet sich der Mangrovenwald und es geht wieder durch die pralle Sonne.
Rechts und links sind immer wieder kleine Rastplätze mit Bänken angelegt. Eine Gelegenheit für eine Pause im Schatten, die wir dankbar annehmen!
Nicht nur wir, wie man sieht!

Dieser Schattenplatz war schon von einer Schildkröte belegt!


Aber der Platz reicht für uns alle. Wir setzen uns also neben die Schildkröte auf die Bank, natürlich mit Abstand.

Verschnaufen, Wasser trinken und über die Schildkröte staunen, der das mehr oder weniger egal ist, ob wir da sitzen oder nicht.
Beim nächsten Schattenstop wird es noch lustiger. Wir parken unser Rad neben der Bank, da hört man seltsam stöhnende und schnaufende Geräusche.
Na, wenn da mal nichts im Busch ist!
Im Busch nicht, dafür aber im Wasserloch.

Da sitzt ein ganzer Schildkrötenharem und das Männchen ist schwer bei der Arbeit.
Na sowas! Poppende Schildkröten!

Daher also die verdächtigen Geräusche!
Schon krass, da radelt man hier herum, auf dem Weg zu einer Mauer und das eigentliche Highlight sind poppende Schildkröten!
Wer hätte das gedacht!
Nach ein paar Minuten kommt aus dem Gebüsch hinter dem Wasserloch eine weitere Schildkröte. Auch sehr groß, das bedeutet, es ist ein weiteres Männchen.
Jetzt wird‘s interessant!
Die Konkurrenz hat wahrscheinlich das Gestöhne gehört und sich gedacht, „mal sehen, ob ich da auch mal ran kann. Scheint ja was zu gehen 🤪!“

Aber Mr. Turtle im Loch hat keinen Bock, eine seiner Ladys herzugeben!

Wir lassen den testosteronüberladenen Schildkrötenmann in Ruhe und fahren weiter.
Es geht jetzt ganz schön bergauf, zumindest für uns Flachlandtiroler🤣. Aber dank Gangschaltung ist das alles machbar… mit nem Hollandrad wollte ich hier nicht rumradeln.
Inzwischen ist es ziemlich warm geworden und Schattenplätze sind rar. Ich ziehe mir ein T-Shirt über. Das ist zwar noch schwitziger, aber die Sonneneinstrahlung auf meinen Schultern ist mir echt nicht geheuer…
Endlich sind wir da!
Vor uns liegt die Mauer der Tränen.

Der Weg endet hier. Wir stellen die Räder im Schatten ab und gehen den kleinen Fußweg zu Mauer hoch.



Die „Mauer der Tränen“ (Muro de las Lágrimas) auf der Insel Isabela auf den Galapagos-Inseln ist eine historische, ca. 100 Meter lange und bis zu 6 Meter hohe Wand aus Vulkangestein, die von Häftlingen einer ehemaligen Strafkolonie als reine Zwangsarbeit errichtet wurde.

Von 1945 bis 1959 unterhielt Ecuador auf Isabela ein isoliertes Gefängnis, eine Strafkolonie.

Die Insassen mussten die schweren Lavabrocken ohne Maschinen herbeischaffen und die Mauer ohne praktischen Zweck aufschichten, um sie zu quälen.


Der Name erinnert an die vielen Häftlinge, die durch Erschöpfung, Unfälle oder Misshandlungen starben.
Nach einem Aufstand und einer Massenflucht im Jahr 1959 wurde das Gefängnis aufgelöst.

Wir gehen um die Mauer herum. Dort ist ein kleiner Unterstand mit Bänken und Schatten.



Ein willkommener Platz für eine Pause und gerade richtig:
Wir sitzen keine 5 Minuten, da fängt es an zu regnen. Erst ein paar Stippen, dann etwas mehr.
Durch die Ritzen des Dachen kommen ein paar Tropfen durch, eine willkommene Abkühlung.

Nach der willkommenen Zwangspause geht es gut erholt zurück.

Der Rückweg geht deutlich schneller, geht es jetzt doch die meiste Zeit bergab.



Naja, theoretisch geht’s schneller… in der Realität werden wir immer wieder von diversen Schildkröten aufgehalten…
… und Iguanas!





Das scheint jetzt gerade deren Tageszeit zu sein, oder liegt es vielleicht am Regen?

Auf jeden Fall sehen wir viele Tiere… und sie sind extrem aktiv.
Man muss die Augen beim Radeln schön auf den Weg halten, damit man nicht aus Versehen in eine der drachenartigen Wesen hineinfährt.



Lustigerweise sind die Regenwolken jetzt alle wieder weg und wir radeln wieder im Sonnenschein.





Nach der Tour kehren wir noch einmal bei dem kleinen Restaurant Albita Grill ein.


Diesmal gibt es Kürbissuppe als Vorspeise bei dem Tagesgericht. Sehr lecker und eine Riesenportion. Für mich hätte das als Mittagessen schon gereicht 🙈.
Am Abend, kurz vor Sonnenuntergang machen wir uns noch auf den Weg zur Poza de los Flamingos.

Isabela ist der beste Ort auf den Galapagosinseln, um Flamingos in freier Wildbahn zu beobachten.
Die wichtigsten Anlaufstellen sind die Laguna de los Flamingos (Laguna Salinas) am Ortsrand von Puerto Villamil sowie die Feuchtgebiete und Punta Moreno.



Auf ganz Galapagos leben schätzungsweise nur 400 bis 500 dieser großen Flamingos (eine Unterart des Kuba-/Amerikaflamingos). Ihre leuchtend rosa Federkleidung erhalten die Vögel durch ihre Nahrung – sie filtern Kleinkrebse, Algen und Karotinoide aus dem flachen Brackwasser. Die Tiere brüten in der Regel zwischen Juni und März in Schlammnestern in den flachen Salzwasserseen.




Heute sehen wir allerdings nur fleißig futternde Flamingos, die mit ihren Schnäbeln den Grund der Lagune absuchen.

Tiere beim Fressen zu beobachten macht hungrig.



… unsere Henkersmahlzeit auf Isla Isabela nehmen wir bei dem kleinen Familienrestaurant Lonesome George ein.



Heute ist unser letzter Abend auf dieser schönen gechillten Insel. Wie gerne würden wir noch ein bisschen länger bleiben.
Morgen geht’s zurück nach Santa Cruz, wo wir noch eine Nacht verbringen werden bevor wir zum Festland zurückfliegen.







