Es ist kurz vor sechs… die Sonne geht gerade über Puerto Ayora auf.
Wir sind wieder auf Santa Cruz und wollen die frühe Stunde nutzen, um vor dem Abflug zur Tortuga Bay zu gehen.
Noch einmal im Meer schwimmen, bevor es wieder rauf in die Anden geht!

Die Überfahrt gestern von Isabela war absolut furchtbar.

Ich bin heilfroh, dass meine Reisetabletten so gut gewirkt haben. Selbst André musste eine nehmen, und der ist bei sowas echt nicht zimperlich.
Das Boot war noch kleiner als auf der Hinfahrt und die See echt rau. Zuerst ist der Kapitän Mega langsam gefahren und wir haben gefühlt jede Welle mitgenommen. Wahrscheinlich waren die zum drüber fahren zu hoch? Auf jeden Fall eine Tortur und wir hatten echt Sorge, dass die Überfahrt ewig dauert.
Gefühlt ewig hat es dann auch gedauert, obwohl oder gerade weil er dann irgendwann doch Gas gegeben hat und ab da wurde es richtig schlimm.
Nach dem anfänglichen Durchgeschaukel, kam nun ein regelrechtes Gehopse auf dem Wasser. Das Boot ist mehr oder weniger in und über jede Welle gekracht. Streckenweise hatte ich echt Angst, dass wir auseinander brechen…
Was für ein Segen war dann die Ankunft in Puerto Ayora!

Der kleine Hafenort empfängt uns mit den warmen Strahlen der bald untergehenden Sonne und alle wanken mit käsigem Gesicht auf das neben uns angekommene Taxiboot. Das leichte Schaukeln des kleinen Bootes ist geradezu eine Wohltat.
Wir haben uns wieder im Morning Glory eingemietet.



Daniel hat dafür gesorgt, dass wir ein echt schönes Zimmer bekommen (nehmen wir zumindest an, denn es ist ein echtes Upgrade und kostet trotzdem nur 30$ die Nacht).


Sogar eine kleine Terrasse mit Hängematte haben wir. Die nützt uns heute allerdings nichts. Als André sich wohlig hineinfallen lässt, springt er gleich wieder raus. Bloß kein Geschaukel mehr heute!



An diesem Abend machen wir nichts mehr außer Essen zu gehen. Gleich in der Nähe gibt es ein wirklich sehr gut bewertetes Pizza-Restaurant: das Anca hat bei Google eine 4,9 und die Pizza ist wirklich Mega lecker und nach dem Geschaukel genau das richtige!
Danach fallen wir müde ins Bett!

Jetzt sind wir unterwegs Richtung Strand.

Es ist inzwischen 6:45 und wir schlendern durch den langsam erwachenden Ort. In einer Panaderia kaufen wir noch ein bisschen fürs Frühstück ein und dann sind wir auch schon am Eingang des Nationalparks.


Normalerweise muss man sich hier registrieren, bevor man zur Tortuga Bay geht, aber dafür sind wir wohl ein bisschen früh. Es ist noch keiner im Häuschen, aber das Tor ist offen, also gehen wir weiter.
Es geht einen ziemlich gut ausgebauten und gepflasterten Weg entlang.
Das war nicht immer so. Daniel vom Morning Glory erzählte uns, dass er sich als Kind auf diesem Weg ständig die Knie aufgeschlagen hatte, weil es damals über Geröll und Lavasteine ging. Davon ist heute nichts mehr zu sehen.

Es geht sanft bergauf und bergab, immer schön im Schatten der Bäume und gigantischen Kakteen.

Auf den Galápagosinseln wachsen riesige, baumartige Kakteen wie der endemische Opunts echios var. gigantea.



Sie sind für die Tierwelt der Inseln extrem wichtig, denn sowohl Schildkröten als auch Iguanas ernähren sich von den herunterfallenden Pflanzenteilen.
Diese Feigenkakteen erreichen Höhen von bis zu 12 Metern und bilden dichte Kaktuswälder.

Nach etwa einer Dreiviertel Stunde erreichen wir Tortuga Bay.

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Wir sind fast allein an dem endlos langen Strand. Lediglich ein einsamer Jogger ist hier noch unterwegs, ein paar andere kamen uns schon im Kaktuswald entgegen. Die waren noch früher dran als wir (macht auch Sinn, bei der Hitze) .



Die Tortuga Bay gliedert sich in zwei Bereiche. Zuerst erreicht man einen endlos langen weißen Sandstrand an den die Wellen mit ordentlich Getöse anrollen. Hier kann man nur selten schwimmen, denn die Strömung ist sehr stark.
Von diesem Strand haben alle geschwärmt und er wird als der schönste des Galápagos Archipels bezeichnet. Ehrlich gesagt sehen wir das ein bisschen anders, denn der Strand auf Isabela, den wir die letzten vier Tage von unserem Zimmerfenster aus sehen konnten ist deutlich länger und ebenso schön.


Das besondere entdecken wir dann aber erst nach weiteren 15 Minuten Strandspaziergang.




Am Ende der ersten Bucht, direkt hinter einen kleinen Landzunge erstreckt sich eine zweite Bucht …

… und die ist nun wirklich der Hammer!
Wie eine riesengroße Badewanne liegt das Meer hier vor uns. Glasklares Wasser, weißer feiner Sand und unter den Mangroven reichlich Schatten.
Ein absoluter Badetraum!



… und wir sind komplett alleine!
Unter den Mangroven sind aus Baumstämmen improvisierte Bänke und es stecken alle paar Meter zu Kleiderständern umfunktionierte Holzstäbe im Boden… Na, das sieht so aus, als wenn man hier nicht so oft alleine ist!
Wir freuen uns, schlüpfen in die Badesachen und ab ins kühle Nass! Einfach herrlich!

Irgendwann kommt noch ein Pärchen und setzt sich an den Strand. Zwei sehr nette Amerikaner aus Texas.

Wir setzen uns auch in den Schatten und genießen unser kleines Frühstück.
… und dann müssen wir auch zurück.
Inzwischen hat sich der Himmel ganz schön zugezogen. Eigentlich gut für den Rückweg… müssen wir nicht so durch die Sonne laufen.
Als wir an den ersten Strand zurückkommen, staunen wir nicht schlecht: Der eben noch so leere Strand ist plötzlich voll! Eine regelrechte Karawane aus Menschen kommt uns da entgegen. Alle bepackt mit Badesachen auf dem Weg zur Traumbucht…

Da haben wir ja mal alles richtig gemacht! Der frühe Vogel…
… und dabei sind die Leute eigentlich auch noch ganz früh dran… es ist grad mal halb neun!

Vier Stunden später sitzen wir am Flughafen und warten auf unseren Abflug nach Quito.

Hier ist alles sehr gechillt, keine Schlangen, man geht ganz entspannt übers Rollfeld zum Flieger.



… und dann ist unsere Woche Galápagos auch schon wieder rum. Hinter uns liegt eine sehr entspannte Zeit mit unfassbaren Erlebnissen. Galápagos und seine Tierwelt hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Vor uns liegt Quito, die Anden und unser Motorradabenteuer…

