Heute nur Schotter…

Weiter geht’s von Chacas nach San Marcos.

Heute liegen eigentlich nur etwa 110 Kilometer vor uns. Trotzdem sagt das Navi, dass wir dafür mindestens 3 1/2 Stunden benötigen.

Da schwant uns schon, was und ein genauerer Blick bestätigt:

mindestens 80 Kilometer davon sind Schotter…

Na, das kann ja heiter werden!

Wir starten relativ früh um 9:30 nach dem Frühstück.

Beim Bezahlen der Unterkunft stellen wir fest, dass unsere Bargeldreserven zur Neige gehen und wir fragen nach nem Geldautomaten.

Alle schauen uns an wie‘n Auto: Nein, sowas gibt es hier nicht…

What? Wir fragen nach, ob es in San Luis einen gibt.

Die schütteln alle mit dem Kopf. In Huaraz gibt es welche…

Ja toller Witz! Das ist auf der anderen Seite vom Berg! Da kommen wir gerade noch her…

Da haben wir uns ja selbst schön reingelegt! Auf den Galapagosinseln haben wir immer so sehr darauf geachtet, weil es überall hieß, dass nur Bargeld zählt und es nicht überall Automaten gibt. Und hier? Haben wir gar nicht darüber nachgedacht! Böser Fehler…

Wir zählen durch, etwas mehr als 80 Soles. Besonders weit kommen wir damit nicht.

Check im Internet: in Huari soll’s einen geben. Das ist zwar erst fast am Ende der heutigen Etappe, aber besser als gar nichts.

Also fahren wir erstmal los…

Nächstes Problem: wir müssten eigentlich noch tanken, dafür reicht das Bargeld aber nicht wirklich.

Kartenzahlung? Fehlanzeige! Beide Tankstellen in Chacas verneinen. Na, Prost Mahlzeit! Mal sehen, wie das in San Luis ist…

Erstmal geht’s noch ein bisschen auf feinem Asphalt weiter.

Zwischendurch immer wieder durch Schotterstücke unterbrochen. Na prima, können wir uns schon mal dran gewöhnen, dass es bald nur noch ruckelt.

… und es wird warm! Oben in Chacas haben wir uns beim Frühstück echt den Arsch abgefroren. Jetzt müssen wir uns erstmal aus dem Whoolpower rauspellen. Die Sonne hat echt Kraft!

In San Luis dann die Ernüchterung: auch hier akzeptiert keine der Tankstellen Kartenzahlung.

Hm 🤔, im Grunde würde der Sprit ja auch reichen, wir haben ja einen großen Tank, aber hier in den Bergen fahren wir ungern mit halb-vollem Tank los.

Naja, besorgen wir erstmal Wasser.

Die nette Dame im Minisupermarkt an der Ecke sagt, dass am Hauptplatz ein Geldautomat ist. Na, das wäre doch mal was! Hier in dem Miniladen hätten wir sogar unser Wasser mit Kreditkarte zahlen können, verrückt und in der Tanke nicht 🤪.

Egal, wir haben jetzt wieder Bargeld, alles gut…

… und dann geht das mit dem Schotter los…

… und den Schlaglöchern, Topes…

Allerdings hauptsächlich in den Orten. Außerhalb der Ortschaften ist die Straße ausgesprochen gut, trotz Schotter…

Es geht sehr hoch. Wieder einmal auf mehr als 4300 Meter.

… und es ist fantastisch!

Außer ein paar Schafen ist hier nichts, nur die reine Natur!

Zeit für eine kurze Pause mit Wasser und Tuc Keksen…

Ein Stückchen weiter gelangen wir auf eine Hochebene mit mehreren kleinen und größeren Lagunen.

… und erreichen den Huachucocha Pass auf 4341m.

Ab jetzt geht’s mehr oder weniger talwärts.

… und leider wird auch die Straße ruppiger, je weiter wir wieder herunterfahren.

So ruppelig, dass es uns die Befestigung des Windshields abruckelt. Wie nervig, jetzt müssen wir alle paar Kilometer anhalten und nachziehen…

… nicht so vertrauenserweckend, wie hier der Hang abgestützt wird…

Da weit und breit kein Restaurant oder irgendwas ähnliches in Sicht ist, halten wir schließlich hier. Irgendwo im Nirgendwo zwischen San Luis und Huari auf einem kleinen Platz mit Kirche.

Es ist ziemlich warm und es gibt lediglich auf einer Bank ein kleines bisschen Schatten.

Ein bisschen ausruhen. Zeit für einen Notfallriegel von DM und Wasser. Schotterpiste mit Schlaglöchern fahren ist anstrengend…

Derweil quatschen die drei ohne Punkt und Komma. Schade, dass wir nichts verstehen. Ist bestimmt der neueste Dorftratsch!

… und dann sind wir endlich da, in San Marcos und unserem reservierten Hotel.

Danke nochmal an Kelly für den Tipp!

Das Hotel – Casona „Las Magnolias 2 Estrellas“ ist wirklich das einzige annehmbare hier im Ort. Direkt am Hauptplatz gelegen. Im Hinterhof ein schön gepflegter Garten. Schon etwas in die Jahre gekommen und leider auch ohne Restaurant (das schien bei Google anders), aber es gibt eine schöne warme Dusche und die Dame an der Rezeption ist sehr nett und kümmert sich.

Schade nur, dass unser Beast nicht durch die Tür passt, so müssen wir es einen Block weiter auf einem Parkplatz unterbringen.

Die Beschaffung eines vernünftigen Abendessens gestaltet sich schwierig… und wir haben Hunger, eine Halbe Packung Tuc und ein DM Fruchtriegel sind nun echt nicht viel übern Tag verteilt.

Die Dame vom Hotel empfiehlt uns zwei Restaurants direkt um die Ecke. Im ersten das wir aufsuchen liegt der Kellner schlafend an einem Tisch und der Koch klappert in der Küche mit irgendwelchen Töpfen und reagiert überhaupt nicht auf rufen.

Zwei andere Restaurants, die laut Googel Maps geöffnet haben sollen existieren gar nicht mehr. Ein anderes ist zu… Puh! Das haben wir jetzt hier in Peru tatsächlich schon öfter erlebt. Ganz anders, als in den mittelamerikanischen Ländern und auch in Kolumbien und Ecuador kann man sich hier tatsächlich nicht auf Google verlassen…

Die Pizzeria, die wir empfohlen bekommen haben ist auch zu.

Leicht verzweifelt fragen wir noch einmal die Dame vom Hotel. Die ist auch verwundert, sagt die Pizzeria müsste eigentlich aufmachen… um 17 Uhr. Es ist 16:55…

Sie zeigt uns schließlich persönlich den Weg zu einem kleinen Restaurant in einer Seitenstraße.

Dort gibt es gebratenes Hähnchen mit Pommes. Schmeckt gut und macht satt! 😅

Als wir um 18:30 Uhr an der Pizzeria vorbeikommen, macht sie gerade auf. Na, ist ja fast pünktlich 😉.

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