Nach einer Woche Motorradpause geht es heute weiter.
Quito… Wir sind früh wach obwohl kein Wecker klingelt.
Richtig durchgeschlafen habe ich nicht. Vielleicht ein bisschen aufgeregt, weil es heute weitergeht. Vielleicht ist es auch die plötzliche Höhe, mit der der Körper erstmal klar kommen muss?
Wir sind wieder in Quito, genau genommen im Apartment von Diego. Der schrieb uns gestern kurz bevor wir landeten, dass das Zimmer bei seiner Werkstatt, welches er eigentlich für uns eingeplant hatte leider spontan durch einem anderen Motorradfahrer besetzt ist.
Wir können aber in sein Apartment gehen, das ist im gleichen Gebäude. Die Schlüssel dafür sind in der Werkstatt und der Pförtner lässt uns rein, der weiß Bescheid. Alles kein Problem…
Wie nett ist das denn bitte? Wir sind platt.
Aber es geht noch weiter mit den netten Menschen.
Am Flughafen treffen wir auf Claus Otto (was für ein cooler Name ist das denn?), er bringt uns mit dem Uber zu Diegos Werkstatt.

Der Flug nach Quito ging flott, wenn auch für André etwas unbequem, denn wir hatten keinen Platz am Gang erwischt. So musste er sich wohl oder übel für die zwei Stunden zusammenfalten.

Dafür habe ich eine schöne Aussicht und die ist echt spektakulär als der Flieger auf Quito zufliegt…
Die Fahrt ist recht lang (Rushhour) und wir kommen schnell ins Gespräch, hauptsächlich über seinen deutschen Namen. Den hat er weil seine Eltern deutsche Freunde haben und sein Vater auch Otto heißt. Na, da sollte er doch mal nachforschen, ob es da nicht eventuell doch deutsche Wurzeln gibt.
Zurück zum Uber: Claus Otto spricht ziemlich gut Englisch und wir quatschen die ganze Fahrt. Eigentlich ist er Ingeneur, das mit dem Uber macht er nur nebenbei, wenn er sowieso mit dem Auto unterwegs ist. Heute z.B. hatte er einen Freund am Flughafen getroffen und für die Fahrt zurück nach Quito bei Uber geschaut… und da waren wir.
… am Ende sind wir fast Freunde, tauschen den Kontakt über Instagram aus und wollen eigentlich zusammen essen gehen, aber das Restaurant, welches er in der Nähe von Diegos Werkstatt im Blick hat ist leider geschlossen. Schade, wäre bestimmt richtig lustig geworden.
So setzt er uns bei Diego ab, schreibt uns aber kurz danach noch schnell an, er hätte gesehen, dass drei Blocks weiter einige FastFood-Ketten sind. Da könnten wir bestimmt einigermaßen sicher hingehen oder über Uber was bestellen. Super nett!
… und eine super Idee, auf die wir zusammen mit dem Mechaniker von Diego auch schon gekommen sind.
Die beiden Mechaniker sind nämlich noch da, als wir schließlich um 17:30 bei Race Tech ankommen, und erwarten uns schon.
Ein großes Hallo! und dann schnappt sich einer von den beiden gleich die Schlüssel, bringt uns in hoch in Diegos Apartment und zeigt uns alles. Super nett.
Dann saßen wir da mit knurrendem Magen in versuchen mit UberEats etwas zu bestellen.
Seid unserem Frühstück am Strand hatte es nichts mehr gegeben… doch, André hatte am Flughafen zwei völlig überteuerte Pappsandwhiches, aber die waren mehr was für den hohlen Zahn!
Gar nicht so einfach, weil die aus irgendwelchen Gründen in der App immer irgendwie ne Steuernummer haben wollen (die wir ja nicht haben in Ecuador 🙄)… aber irgendwann hatten wir das dann doch hinbekommen.

Jetzt steht die Riesentüte von Mc Donalds wie eine Trophäe vor uns: Hamburger, Cheeseburger, Nuggets, Pommes und obendrauf noch nen McFlurri. Lecker! FastFood muss auch mal sein, ist ein Notfall 😉!


Das war gestern. Jetzt packen wir unsere Sachen zusammen und gehen nach unten zur Werkstatt.
Die beiden Mechaniker erwarten uns schon und unsere BMW…
Frisch aufgemöbelt und wieder wie neu!
Vor einer guten Woche haben wir hier bei Diego und seiner Crew unsere arg gebeutelte BMW abgegeben: das ABS funktionierte schon seit Panama nicht mehr richtig, die Bremsbeläge waren nach unseren Kapriolen in Kolumbien auch einigermaßen runter und unser Beast quietschte, wie ein altes Sofa. Von der Tankanzeige gar nicht zu reden, die war schon seit den USA im Eimer.
Das Team von Diego hat wahre Wunder vollbracht!
Ein kurzer Blick vom Fachmann: die Stoßdämpfer hatte es komplett zerlegt…

… eine Woche Erfrischungskur bei Einer Race Tech und unser Moped ist wieder wie neu! Mega!
Wir sollen das Moped erstmal komplett beladen und dann wollen die beiden noch die Einstellung der Federung checken.
Also springen wir in unsere Motorradklamotten. Ich fange an im Tetrisstyle unser Gedöns auf der BMW unterzubringen, während André draußen auf der Bank das Garmin mit Routendaten füttert und dabei einen neuen Freund kennenlernt: ein netter älterer Herr mit Dackel, der hervorragend Englisch spricht und André von Gott und der Welt erzählt.
Irgendwann ist das Garmin gefüttert, die BMW bepackt und wir sitzen ob drauf währen die beiden Mechaniker über die Einstellung der Federung fachsimpeln. So recht gefällt den beiden das so noch nicht.

Wenn wir mit all unserem Gepäck da drauf sitzen hängt die Lady ganz schön durch… da müssen sie noch mal ran, ob das ok wäre. Da brauchen sie nochmal ne Stunde etwa. Natürlich ist das kein Problem für uns, wir können in der Zeit frühstücken.
Die beiden schicken uns die Straße hoch, da ist um die Ecke ein kleines Restaurant, die Desayuno anbieten.
Betrieben wird der kleine Laden von zwei Frauen. Die jüngere nimmt die Bestellung auf, hinten klappert eine ältere mit den Kochtöpfen.

Hier geht natürlich alles nur auf Spanisch. Keine Menükarte nix. Na das kann ja heiter werden 🙈. Sie bietet uns Desayuno Continental an: Toast mit Käse, Eier, wie wollen Kaffee und Erdbeersaft, soweit ich es verstehe. Mit den Eiern ist das ja wieder so ne Sache. Ich versuche mein Glück und erkläre mit meinem rudimentären Spanisch, dass ich Spiegelei möchte, aber durchgebraten, von beiden Seiten. André bestellt Rührei.


… und erstaunlicherweise klappt das mit dem Ei tipptopp. Ich hab schon lange nicht mehr im Restaurant das Ei so perfekt tot serviert bekommen wie hier, und das ohne Beispielfoto und auf Spanisch bestellt!
Nach unserem kleinen Frühstücksausflug geht’s zurück zu Race Tech. Die Jungs sind inzwischen fertig.
Noch einmal probesitzen, ob die Einstellungen jetzt stimmen und dann wir können starten!





… wir sind wieder on the road! Die Tour geht weiter, heute wollen wir zur Laguna de Quilotoa.
