Die Straße hat uns wieder… leider.
Nach der kurzen kulturellen Verschnaufspause in Trujillo sind wir wieder auf der Panamericana. Heute zum vorerst letzten Mal… noch einmal Arschbacken zusammenkneifen bis Santa.



Danach geht’s in die Berge und wird hoffentlich (!) besser!
Das mit dem Arschbacken zusammenkneifen wird immer schwerer.

Auf der Suche nach etwas Essbarem oder wenigstens einem annehmbaren Imbiss zum hinsetzen und Kaffee trinken, halten wir schließen hier:

Nicht wirklich einladend, aber zumindest sitzen hier auch andere Leute und essen. Wir bestellen nur Kaffee, Wasser und ne Banane. Auf eine Mahlzeit haben wir hier an der Panamericana irgendwie keine Lust.

Wenn du den ganzen Tag nur an brennenden Müllbergen und völlig kaputten und schmutzigen Bretterverhauen vorbeifährst und dazu noch weißt, dass die hier alle kein fließendes Wasser haben, vergeht dir irgendwie der Appetit…



Aber selbst mit dem Kaffee ist das so ne Sache…
Es ist wirklich unfassbar. Peru gehört mit zu den Kaffeeproduzenten weltweit und wir bekommen bisher wirklich nirgends einen vernünftigen Kaffee. Selbst in den teureren Hotels wird dir heißes Wasser und Nescafé hingestellt. Gruselig.
Hier bekommen wir eine Karaffe mit irgendeinem Kaffeekonzentrat serviert. Man mischt sich also seinen Kaffee selbst.
KI sagt, dass das nicht unbedingt schlechter Kaffee sein muss, sondern hier in Peru einfach der normale Kaffee, halt deren Tradition.
… uns schmeckt es leider nicht 🙈.

Naja, weiter geht’s…

Es wird grüner, aber nicht schöner…


… unglaublich, was die Leute hier alles auf ihren Mopeds transportieren. Regelrecht lebensmüde! Aber uns wundert hier bald nichts mehr.

… und dann wird es wieder einmal wüstig.


… am frühen Nachmittag erreichen wir Santa und platzen mitten in eine Demonstration rein…
Es scheinen irgendwie wohl demnächst Wahlen zu sein.

Überall hängen im Land riesige Plakate herum mit grinsenden Politikern und die einzige Farbe, die Hauswände in der Regel sehen sind irgendwelche Werbeslogans eines Kandidaten… nicht schön. Wer will denn das immer an seiner Hauswand haben? Verstehe ich nicht.


Wir erreichen unser Hotel. Das einzige im Ort, welches wir vorher online reservieren konnten. Dachten wir…
Als wir ankommen ist keiner da, aber der Fernseher läuft, alles verrammelt. Klingeln, klopfen, rufen… nix. Irgendwann fährt ein Tuck Tuck vor und eine Frau springt raus.
… und dann gehts auch schon los.
Sie will 80 Soles für die Nacht, wir zeigen ihr unser Voucher, dass wir schon bezahlt und reserviert haben.
Sie will von nichts wissen…
Sie arbeiten nicht mit Traveloka. Na prima.
Nach einigem hin und her bezahlen wir noch einmal in bar und verlangen eine Quittung, damit ich das bei Traveloka abgeben kann.
Mal sehen, ob die sich da was von annehmen… es geht nur um ca. 15€, also kein großer Verlust, aber es geht schließlich auch ums Prinzip 😉
(Nachtrag am: 18.8.: Wir haben das Geld übrigens tatsächlich erstattet bekommen 😉)

Nachdem wir unsere Klamotten nach oben auf das Zimmer geschleppt haben, machen wir uns schnell auf den Weg zu dem einzigen geöffneten Restaurant in der Nähe… und da müssen wir uns auch echt beeilen, die haben nämlich nur noch ne gute halbe Stunde auf 🙈.

Als wir da ankommen sind wir einigermaßen positiv überrascht.
So etwas hätten wir in diesem Nest echt nicht erwartet.
Das Restaurant Cevichería Noemi baut auf der Kochtradition von Martha Carrillo de Domínguez auf, Noemís Mutter. Laut der eigenen Geschichte reichen diese Wurzeln bis 1971 zurück: gekocht wird beziehungsweise wurde mit Holzfeuer, Rauchzylindern und dem traditionellen batán, einem Mahlstein.
Noemi Domínguez führt und modernisiert diese Familienküche.
Die eigentliche Spezialität ist offenbar nicht allein Ceviche, sondern die Causa de pescado aus der Provinz Santa/Coishco.
Noemí Domínguez wird in der Region als bekannte Köchin wahrgenommen. Beim Wettbewerb „El mejor ceviche de Chimbote“ am Nationalen Ceviche-Tag 2024 gehörte sie zum Jury-Team; die Berichterstattung bezeichnet sie ausdrücklich als anerkannte Chefköchin der Provinz Santa.
Da haben wir ziemlich zufällig einen lokalen Huarique erwischt:
ein eher schlichtes, authentisches Restaurant, das für ein bestimmtes regionales Gericht steht – und zugleich bewusst touristisch und kulturell aufgewertet wurde.



… und das Essen ist sehr lecker.
Allerdings trauen wir uns nicht an die Ceviche oder causa. Wir bleiben bei Chicharrón Mixto mit Tintenfisch/Pota, Garnelen und Muscheln.

