Kurvig zur Grenze … und dann nur noch geradeaus.

Eine Megafahrt durch die Anden nach Macará zur Grenze nach Peru.

Vamos! Heute geht’s zur Grenze!

Von Loja sind es 185 km bis Macará. Eigentlich nicht weit, aber in den Bergen zieht sich so eine Strecke. Reine Fahrzeit sind 3 Stunden und 40 Minuten. Wir machen uns also nach dem Frühstück direkt auf den Weg.

Das Wetter spielt mit, eigentlich sollte es regnen (die Wettervorhersage ist voll für A…, aber in diesem Fall freut uns das).

Kleines Stilleben am Straßenrand…

Es geht erstmal auf ner Nebenstrecke in die Berge.

Auf die E35, die Panamericana, die uns jetzt schon ein paar Tage begleitet, kommen wir noch früh genug…

Hier oben ist es extrem windig und baustellig 🤣. Eigentlich sollte die Straße wohl gesperrt sein, hängen überall Flatterbänder. Aber die Baustellenmitarbeiter nehmen das nicht so eng und lassen uns durch.

… eine Traumaussicht hier oben!

Vorteil: wenig los. Außer Baustellenfahrzeugen ist hier kein Fahrzeug unterwegs.

Nachteil: Manchmal ganz schön holprig, aber wenn wir mal ehrlich sind: Das kannst du hier auf jeder Straße haben!

Nach der holprigen, aber landschaftlich sehr reizvollen Abkürzung geht’s zurück auf die E35 und erstmal in eine wohlverdiente Kaffeepause…

… und dann schnurren wir in gefühlt 100000 Kurven Richtung Grenze!

Eine wahre Traumstrecke ist das hier! Und die Straße für die Verhältnisse in Ecuador echt ziemlich gut…

… kleine Almuerzo-Pause irgendwo im Nirgendwo:

Suppe: wie immer megalecker und viel zu viel.

Hauptgang: mal wieder Pollo frito … kannste langsam auch nicht mehr sehen 🤪 und leider fängt mein Bauch mal wieder an zu spinnen.

Toilette: Katastrophe, keine Klobrille, kein Papier, kein Licht… ein Träumchen!

… und weiter gehts!

… immer schön kurvig, die Straße fast für uns, dem Ziel für den heutigen Tag entgegen…

Macará, eine kleine Grenzstadt an der Grenze zwischen Peru und Ecuador.

Hier ist nicht viel los. Restaurants fast alle zu, Bürgersteige hochgeklappt, Hotels musst du suchen.

Grenzstadt halt, hier hält sich keiner länger auf, besonders, weil das hier nur ein kleiner Grenzübergang in den Bergen ist. Die meisten wechseln die Grenze in Huaquillas an der Küste. Das war uns aber zu weit.

… und es ist bullewarm hier! Wir schlafen in einer Kammer ohne Fenster, ohne Klimaanlage (nur so’n irre lauter Ventilator, der einem die Pupsluft um die Ohren bläst…) aber sauber und mit Dusche

… und dieses Mal warm!!! (In Loja hatten wir eiskalt geduscht 🥶) Das sind so die kleinen Freuden des Tages…

Aber wir haben einen super Parkplatz für unser Motorrad! Das steht direkt unter uns in einer abgeschlossenen Garage…

… und das war dann auch noch ne echte Freude!

Nachdem wir hier bestimmt ne Dreiviertel Stunde durch den Ort gelatscht sind von einem Restaurant, was zu war, zum nächsten (und bei Google waren sie angeblich alle geöffnet 🙄), haben wir doch noch etwas gefunden:

Ein Café, indem sie aber auch Essen servieren.

… und diese gnadenlos guten Burger 😋! (Bier gab’s leider nicht 🙈)

Die Nacht war einigermaßen nervig.

Es war einfach viel zu warm!

Morgens wachen wir total gerädert auf und dann kommt unsere Gastgeberin noch auf die glorreiche Idee, uns das Frühstück hier im Zimmer servieren zu wollen!

Ne danke, wir wollen raus aus der Bude!

André fragt nach einer Möglichkeit irgendwo draußen frühstücken zu können und oh Wunder! Sie macht es möglich und wir bekommen oben auf dem Dach einen Tisch gedeckt. Zwar ist die halbe Terrasse noch Baustelle, aber das stört uns nicht. Wir genießen den Blick über die Stadt und frühstücken schön im Schatten.

Nach dem Frühstück geht’s direkt Richtung Grenze.

Als wir ankommen freuen wir uns, wenig los hier, der Parkplatz so gut wie leer. Das sieht gut aus.

Denkste! Zwei Stunden haben wir gebraucht für den ganzen TamTam! Und das obwohl die Schlange an der Migracion in Ecuador gar nicht so lang war!

Als wir da ankommen, warten vielleicht 10 Leute vor uns… das ist eigentlich nix.

Aber es zieht sich. Der Typ hinter der Glasscheibe braucht ewig, bis der einen Pass gestempelt hat. Was macht der da so lange!?

Die meiste Zeit wartet er auf den Computer und daddelt nebenbei auf dem Handy rum… na toll!

Es dauert tatsächlich 1 Stunde!!!! 1 Stunde um einen fucking Ausreisestempel zu haben. Für die Ausreise!!!

Dann das gleiche Spiel bei der Einreise nach Peru…

Auch der braucht ganz schön lange mit seinem Computer… und kommt zuerst nicht damit klar, dass ich zwei Einreisestempel nach Ecuador im Pass hab…

… ja da muss man rechnen. Erst will er mir verklickern, dass ich einen Tag zu lange in Ecuador war (Hallo? Ich darf laut Stempel im Pass 80 Tage und wir waren nur 26 Tage im Land!?) dann rechnet er irgendwas ganz kompliziert herum und kommt schließlich darauf, dass ich 34 Tage im Land war. Naja, nur um schlappe 8 Tage verrechnet, aber egal…

Hauptsache, ich kriege meinen Stempel!

… und dann kommt der überhaupt nicht mit meinem Nachnamen klar. Zu zweit stehen die da und diskutieren herum. Schon blöd, in meinem Pass steht halt der Geburtsname unter dem jetzigen Namen (ist das nicht bei allen so, wenn sie den Namen wechseln?🤪) der Typ hat’s einfach nicht kapiert…

Egal, bei André ging dann alles ganz fix, der hat keinen Geburtsnamen eingetragen und auch keine zwei Einreisestempel…

Was ganz praktisch ist und das Prozedere deutlich verkürzt, ist, dass sich hier tatsächlich alles in einem Gebäude nebeneinander befindet. An anderen Grenzen mussten wir da teilweise halbe Weltreisen machen um von einem Gebäude zum anderen zu kommen…

Die Aduana in Ecuador und Peru danach ging dann dagegen ganz fix und unkompliziert.

In Ecuador hat sie nicht mal das Motorrad angeschaut. Da hätte ich auch mit nem Bagger ausreisen können und die Kontrolle auf der peruanischen Seite war auch easy. Da mussten wir nur einmal den Koffer aufmachen (sah nicht gefährlich aus…), Nummerschildcheck, das war’s. Keine tausend Fotos von Fahrgestellnummer und so. Wenn ich überlege, was die in Kolumbien bei der Ausreise für nen Aufwand betrieben haben… Aber wir wollen uns mal nicht beschweren.

… und dann sind wir endlich durch und auf dem Weg zur Brücke…

… noch eine Passkontrolle von der Polizei, die wir auch gleich nach der SOAT, nach der Versicherung fragen und dann gehts weiter…

Welcome Peru! Wir sind drin!

Jetzt geht der Spießrutenlauf los… auf der Suche nach dem SOAT.

Puh! Hätten wir gewusst, dass das so schwierig ist, hätten wir es gleich online gemacht.

Wir benötigen für das Motorrad eine Versicherung. Eigentlich kein Ding, das haben wir schon in den meisten Ländern gebraucht. Allein Ecuador fordert keine Versicherung, da sind die Fahrzeuge automatisch über das Land versichert.

Bisher lief das immer so. Irgendwo direkt an der Grenze oder kurz dahinter gibt es irgendwelche Shops, die Versicherungen verkaufen. Hier nicht!

Die schicken uns von Pontius nach Pilatus.

Die Lady an der Aduana sagt uns: direkt hinter der Brücke, wir sollen die Polizei fragen.

Die Polizei sagt, in Suyo, etwa 10 Minuten Fahrzeit, wir können aber auch noch mal bei den Läden hinter der Brücke fragen.

Die Leute in den Läden schicken uns von einem zum anderen, bis einer sagt: Hier nicht mehr, in Suyo, etwa 15 Minuten Fahrzeit (selbst mit der Fahrzeit sind sie sich nicht einig… naja, die Polizei fährt halt schneller).

Ja, 💩, was soll denn das? Wir sind genervt…

und machen genau das, wovor alle im Internet warnen: Wir fahren ohne Versicherung erstmal los.

Fühlt sich Scheiße an!

Bis nach Suyo… und da geht das Spiel weiter.

Die Frau in der Apotheke sagt, irgendwo im Zentrum… vielleicht. 🙄 vielleicht hilft uns auch nix.

Wir entscheiden uns dazu, dass ganze online zu machen.

Also suchen wir uns ein Restaurant für ne Kaffeepause.

Nächstes Problem: keine Kartenzahlung, kein Geldautomat im Ort (an der Grenze war auch keiner) …

Ja wollen die uns hier alle verarschen? Peru nervt jetzt schon!

Zum Glück sagt das Mädel in dem Restaurant, dass sie USDollar annehmen würde.

😅 prima! Jetzt eins nach dem anderen!

Über KI finde ich eine Website, bei der man per WhatsApp eine Versicherung abschließen kann, auch für amerikanische Motorräder.

Das ist bei den ganzen online Portalen nämlich tatsächlich das Problem, dass die die US Nummernschilder nicht anerkennen. Dauert ca. ne Stunde alles in allem. Ganz unkompliziert!

Wir essen derweil Mittag…

dann haben wir endlich unsere Versicherung und können mit gutem Gefühl weiterfahren.

Ab jetzt geht es so gut wie nur noch geradeaus…

Unser erster Eindruck von Peru?

Zugemüllt!

Wir sind kaum über die Grenze gefahren da fängt es schon an. Rechts und links der Straße… alles voller Müll!

Wir sind ja schon durch viele Länder gefahren und auch in Mittelamerika war das mit dem Müll teilweise schlimm, aber das hier ist wirklich noch einmal ne andere Nummer. Man hat hier tatsächlich den Eindruck, die Leute leben im Müll… Es ist schlimm.

Ziegen…

Peru scheint das Land der Ziegen zu sein. Die laufen hier überall herum…

… und die Tuk Tuks sind wieder da!

In ganz Ecuador haben wir kein einziges dieser Gefährte gesehen und jetzt sind wir von den kleinen dreirädrigen Fahrzeugen umgeben.

Von rechts, von links, von vorne, von hinten… überall Tuk Tuks…

Wir kommen durch Tambogrande. Hier ändert sich das Bild plötzlich. Rechts und links riesige Flächen mit landwirtschaftlicher Nutzung. Die bauen hier wohl vor allem viel Mango und Limetten an…

… dann wieder viel plattes Land…

Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichen wir die Stadt Piura.

Hier werden wir eine Nacht verbringen bevor es morgen an der Panamericana weitergeht Richtung Süden.

Bis wir uns ins Zentrum zu unserem Hotel durchgeschlagen haben vergeht allerdings noch ne Weile.

Gefühlt die ganze Innenstadt ist eine einzige Baustelle. Ständig stehen wir in einer Sackgasse vor irgendwelchen Baggern oder Löchern und buddelnden Typen, die nächste Straße ist dann wieder ne Einbahnstraße und dann wieder Baustelle 🙄.

… und dann sind wir plötzlich auf einem großen Platz und stehen direkt vor dem LP Hotel

meine Herrn, das ist ja mal ein Nobelschuppen 😊!

(Foto ist aus dem Internet)

Nach dem einchecken werden wir noch einmal um die Ecke geleitet. Dort öffnet sich ein großes Tor, dahinter ein feiner großer überdachter Parkplatz. Sehr schön!

Oh wie schön!

Der Typ, der uns das Tor zum Parkplatz aufgemacht hat, schleppt uns unser mörderschweres Rackpack in den Fahrstuhl und aufs Zimmer…

Ein wahrer Schlaftraum! Ein richtig schönes großes Bett, mit einem richtig schönen großen Laken. Nach den doch sehr beengten letzten drei Nächten in den kleinen Betten gibt es heute Nacht endlich mal keinen „Kampf um die Bettdecke“ 😅😉.

… und es wird noch besser:

… unten im Foyer entdecken wir einen richtig schönen Pool. Sehr fein! Da werden wir morgen vor dem Frühstück erstmal reinspringen!

Da haben wir mal ein ganz schön feines Hotel erwischt! Einen echten Edelschuppen.

Voll der Glücksgriff!

… und das ganze für schlappe 52$! Mega!

So schaut es von unserem Fenster aus… eine architektonische Meisterleistung 🙈!

Da es schon recht spät ist und wir einigermaßen platt, drehen wir bis zum Sonnenuntergang eine Runde auf dem Plaza de Armas direkt vor dem Hotel. In die St. Michael the Archangel Cathedral gehen wir auch kurz hinein. Aber wie schon so oft auf dieser Reise platzen wir einmal wieder in einen Gottesdienst, bei dem wir natürlich nicht stören wollen. Deshalb schleichen wir uns bald schnell wieder raus.

Im Hotel essen wir dann in der Plaza zu Abend. Über uns der langsam immer dunkler werdende Himmel. Es weht ein laues Lüftchen. Es gibt schön gekühltes Bier aus gekühlten Gläsern (da trinken wir auch gerne mal aus dem Glas) und ich habe ein ganz köstliches Risotto mit Spargel.

Ein sehr schöner Abschluss einer doch ziemlich anstrengenden Etappe. Diese Nacht werden wir bestimmt gut schlafen…

Sehr gut geschlafen haben wir.

Trotz der plötzlichen Hitze hier war auch die Temperatur einigermaßen erträglich… die Klimaanlage macht‘s möglich 😅.

Jetzt sitzen wir hier am Pool, in dem wir heute morgen wie geplant ein paar Runden geschwommen sind.

Gut gelaunt, schön erfrischt. Bei einem hervorragenden Frühstück vom Buffet.

… mit dem perfekten gekochten Ei 😍

Heute ist unser Hochzeitstag!

Passender hätten wir dieses Hotel mit dem leckeren Frühstücksbuffet nicht aussuchen können. Herrlich!

Gut gestärkt (ich habe viel zu viel gegessen 🙈… das Müsli war so lecker!) machen wir uns auf den Weg:

Packen, auschecken…

… und los!

Es geht zurück auf die Straße, auf die Panamericana.

Zwei Fahrtage durch die Wüste liegen vor uns…

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