Oha! Jetzt hat’s und doch irgendwie erwischt. Auf den letzten Meter.
André hat heute Nacht schon die ganze Zeit mit Magenproblemen gekämpft und heute Morgen, als wir aufstehen, ist ihm so flau, dass er lediglich einen Tee trinkt..
Bei mir geht es einigermaßen, ich hab ja eh schon die ganze Reise über Bauchgrummeln und auch ein bisschen Apprtit. Das leckere Müsli und ein Brot mit der fantastischen Marmelade kann ich essen.
Blöderweise wollen wir ausgerechnet heute hoch zur Laguna Paron.
Das Taxi ist schon bestellt. Was machen wir?
Wir entscheiden uns dazu hoch zu fahren. Den ganzen Tag hier herumlungern ist ja auch keine Lösung.
Kelly brüht uns extra Coca-Mate auf. Das soll helfen.
André sitzt vorne. Ich hinter dem Fahrer, die Thermosflasche zwischen den Beinen.
… und dann geht das Geruckel los.
Anfänglich geht es noch einigermaßen. Die Straße ist zwar aber aus Schotter, jedoch relativ gut verdichtet. Aber es geht stetig aufwärts, logisch… eine Serpentine nach der anderen.
Wir erreichen irgendwann eine Schranke.
Hier ist der Eingang zum Nationalpark. Wir bezahlen 10 Soles, 5 pro Person und der Wärter öffnet die Schranke und lässt sie oben. Sind wir tatsächlich die ersten, die hier heute hochfahren?
Naja, auf jeden Fall wird es nach der Schranke so richtig heftig:
Die Straße ist jetzt nur noch einspurig und in einem derartigen schlechten Zustand, dass man es wirklich nicht Straße nennen kann. Aber das stört unseren Taxifahrer. Der brettert mit einer Brachialität nach oben, dass wir regelrecht im Auto herumfliegen.
Jetzt wird mir da hinten auch langsam schlecht…
War doch nicht so ne dolle Idee, hier hochzufahren.
… und es scheint nicht enden zu wollen. Immer höher und höher geht es. Enge Kurven, steiler Abgrund links und es hört einfach nicht auf.
Landschaftlich ist das hier ein Traum. Nur schade, dass wir das kaum wahrnehmen können, weil wir uns voll auf unseren Magen konzentrieren.
Nach anderthalb Stunden sind wir endlich da!
Vor uns erstreckt sich die Lagune und glitzert in der Sonne.
Es ist absolut still hier. Außer uns ist noch keiner da. Die Sonne knallt unerbittlich vom Himmel und wir suchen erstmal Schutz im Schatten.
André geht’s superschlecht.
An die kleine Wanderung, die wir hier zum Aussichtspunkt machen wollten, brauchen wir gar nicht zu denken.



Ich schaue mich ein bisschen um. Es wirklich sehr schön hier. Aber außer den Bänken oben an dem Laden gibt es nichts, wo man sich in dem Schatten setzen kann.
Also bleiben wir da vorerst sitzen. Schön in der Nähe der Toiletten.
Da muss ich auch gleich als erstes drauf. Das Geschaukel ging ganz schön auf die Blase.
Nicht gerade ein tolles Etablissement: keine Klobrille, kein Papier, keine Seife… Ich bin begeistert.
Vorne in dem verweisten kleinen Laden werde ich fündig. Da liegt auf einem Tisch ne Rolle Klopapier und auf der Fensterbank steht ein alter Seifenspender… gefüllt 💪🏻. Na siehste, da kann man mit arbeiten. Immerhin gibt’s fließendes Wasser in der Bude.
Kurze Zeit später muss André da auch drauf… und den hat’s nun leider voll erwischt, nicht nur Durchfall auch Erbrechen. Ach du Scheiße!


… und wir sitzen hier oben. Mit dem fantastischsten Ausblick den man haben kann und wollen nur einfach wieder runter.

… aber vor der Rückfahrt und den Gebumper und Gewackel graut es mir und André erst Recht!

André legt sich erstmal auf die Bank. Im Liegen geht’s ihm deutlich besser. Er will versuchen ein bisschen zu schlafen.
Ich gehe derweil noch einmal ein bisschen runter zum Wasser. Wenigstens ein paar Fotos machen von der schönen Landschaft.

Dort treffe ich auch auf ein Pärchen. Er aus Kanada, sie aus Peru. Die beiden haben hier oben auf der Hütte übernachtet.

Sie erzählen, dass sie auch heftig Probleme mit der Höhe bekommen haben: Kopfschmerzen, Erbrechen, das volle Programm.

Sollten die Magen-Darm Probleme von André tatsächlich von der Höhe kommen? Eigentlich seltsam, schließlich sind wir jetzt seit Wochen immer wieder mal so hoch gewesen und haben in Ecuador ja schließlich auch mehrere Nächte auf 3800 m Höhe verbracht.


Die beiden fragen, ob sie mit uns vielleicht wieder runter fahren können. Da sie ihr Taxi gestern einfach weggeschickt hatten. Ich erkläre, dass ich das erst mit André besprechen möchte, weil es dem halt echt richtig schlecht geht und dass wir auch sobald wieder runter fahren werden, wenn er sich danach fühlt.




Netterweise machen die beiden ein paar Fotos von mir. Dabei merke ich aber, dass mir auch langsam etwas schwindlig wird.

Wir gehen wieder hoch. Es ist eigentlich nicht viel, kommt mir aber vor wie eine Mega Wanderung. Jeder Schritt ist eine Qual und ich bin extrem außer Atem, muss immer wieder anhalten, um Luft zu holen. Beruhigend nur, dass es den beiden nicht besser geht…


Oben angekommen steht André da. Es geht ihm ein bisschen besser, zumindest soweit, dass wir wieder runterfahren können!

… und dieses Foto machen!
Naja und genau nach diesem Foto hat’s mich dann auch noch erwischt: So schnell konnte ich kaum reagieren, wie das mit der Kotzerei losging…
Ich konnte nur noch schnell zu einem Busch am Rand rennen und dann war’s auch schon vorbei… extrem peinlich 🙈
Die Abfahrt runter vom Berg war entsprechend schrecklich. Wir hingen total in den Seilen. Jeder Meter, jedes Schlagloch eine Qual. Die beiden jungen Leute haben derweil die ganze Fahrt portugiesisch gelernt und ohne Punkt und Komma gequasselt.

Zurück im Hotel ging’s direkt ins Bett, schlafen, trinken…
… viel trinken! Kelly und ihr Team waren super nett. Die haben uns mit Minztee aufgepäppelt.
Am späten Nachmittag dann eine Banane und noch mehr Tee. Blieb alles drin, auch die Elektrolyte… das ist schon mal gut.
Zum Abendessen gibt es ne Misosuppe mit Reis. Oh, tut die gut!

Jetzt müssen wir nur abwarten, wie es uns morgen geht. Vor allem André.
Eigentlich wollten wir morgen weiterfahren… über den Punta Olimpica Pass, aber da geht es bis auf 4700 Meter hoch und die Strecke ist dadurch relativ anspruchsvoll.
Worst case fahren wir doch unten rum weiter, die weniger schöne, dafür aber vermeintlich leichtere Strecke. Noch eine Nacht dranhängen ist eigentlich keine Option, dann haben wir gar keinen Puffer mehr…

Ein Gedanke zu „Laguna Paron … ein Ausflug zum Brechen 🙈“
Na ihr Lieben….was ihr hier erlebt habt erinnert mich sehr an meine „Höhenerkrankung“… das war nur schrecklich und nur auf 2400 m Höhe!!! …. ich wünsche euch baldige Besserung… Mutti